Impfquote unter 50 Prozent Milanović: "Mir egal, wir sind genug geimpft, sollen sie uns doch einzäunen"

Präsident Zoran Milanović © EXPA/PIXSELL/Zeljko Lukunić

Der kroatische Präsident Zoran Milanović äußerte sich in einem Fernsehauftritt zu den schleppenden Impfungen in seinem Land. Großflächige Immunität strebt der Staatschef nicht an.

Ein Fernsehauftritt des kroatischen Präsidenten Zoran Milanović sorgt derzeit international für Aufsehen. Darin äußert sich der Staatschef zu einer vermeintlichen Covid-Hysterie und macht die Medien dafür verantwortlich: "Ich höre mir täglich die Nachrichten an, auf CNN und allen möglichen Kanälen, das Virus vollständig zu beseitigen ist nicht möglich. Wir müssen mit diesem Risiko leben. Überall sterben Menschen aufgrund anderer ernsthafter Krankheiten und wir sprechen über nichts anderes als Covid."

Zu entnehmen ist auch, dass er das Streben nach kollektiver Immunität durch Impfungen für sinnlos hält. "Kroatien ist im Gegensatz zum EU-Durchschnitt nicht ausreichend geimpft, wir sind nur bei 50 Prozent", sagte eine Journalistin des Nachrichtensenders N1. Milanović darauf: "Das ist mir egal, wir sind genug geimpft und das weiß jeder. Sollen sie uns doch einzäunen, das werden sie aber nicht tun."

41 Prozent sind vollständig immunisiert

In Kroatien haben aktuell rund 44 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten, etwa 41 Prozent sind vollständig immunisiert. Im EU-Durchschnitt liegt die Impfquote bei über 70 Prozent. Aus Milanovićs Sicht sei es nicht das Ziel der EU das Virus vollständig zu vernichten, denn das sei schlichtweg nicht möglich. Die Geimpften seien sowieso geschützt, unabhängig vom Anteil der Ungeimpften in der Bevölkerung.

In den letzten 24 Stunden wurden 1373 Neuinfektionen in Kroatien registriert. Die Zahl der aktiven Fälle beträgt insgesamt 8615. Darunter befinden sich 694 Patienten im Krankenhaus, 89 davon auf der Intensivstation. 15 Menschen starben. (Stand: 23. September)